Frische Luft – ein sehr gutes Heilmittel

 

Im Jahr 2005 lebten bereits 49% der Menschheit in Städten; in Polen stellen Stadtbewohner 61% der Bevölkerung dar. Zubetonierte Räume und Abgase werden langsam zu unserem gewohnten Alltag. Wir gewöhnen uns an das Einatmen verschmutzter Luft; Unterschiede bemerken wir nur, wenn wir uns in einem Park oder im Wald befinden. Des ist es wichtig, dass wir saubere Luft zu schätzen wissen und uns darum dafür sorgen, dass wir uns regelmäßig in einer Umgebung mit Pflanzen aufhalten.

Erinnert euch an die Gärten

Schließlich seid ihr von dort gekommen

In der Glut der Zeit spenden sie euch Kühle

Nur Bäume, nur Blätter

Erinnert euch an die Gärten

Ist es so schwer ein Poet zu sein

In der Glut der Zeit spenden sie euch keine Kühle

Kein Raum, kein Beton [1]

Die Worte des Klassikers von Jonasz Kofta und Jan Pietrzak drücken das Sentiment aus, das viele von uns gegenüber Gärten, Parkanlagen und Plätzen fühlen, diesen Enklaven der Kühle und Ruhe in der Stadt. Es ist eine Tatsache, dass wir uns in einer pflanzlichen Umgebung, wie in Gärten, Parks oder im Wald besser fühlen als in einer Umgebung aus Gebäuden aus Beton oder Ziegeln. Wissenschaftler und Trainer unterstreichen, dass Bewegung an der frischen Luft, am besten im Wald oder Park, wesentlich gesünder ist, als das Trainieren in einer Sporthalle oder Kraftraum. Warum? Vor allen deswegen, weil Pflanzen die Luftqualität, das heißt, ihre Zusammensetzung und Ionisierung wesentlich verbessern.

 

Bäume als Klimatisierung

Der wohltuende Einfluss von Pflanzen auf das Ökosystem ist unter anderem eine Frage der Temperatur. Oft haben wir die Möglichkeit festzustellen, dass die Temperatur in dem Bereich einer betonierten und belebten Straße um einige Grad höher ist, als in einer grünen Umgebung. Bäume drücken die Temperatur durch Transpiration (das Verdampfen von Wasser aus den überirdischen Pflanzenteilen) und durch ihren Schatten. Den Kühleffekt eines Baumes wird mit der Arbeit von fünf Klimageräten über 20 Stunden pro Tag verglichen [2]. Einer der Benutzer des Forums gazeta.pl, der über das Fällen von Bäumen im Warschauer Krasinski Garten beunruhigt war, bemerkte, dass das Fällen von 300 Bäumen im Park bewirkt, dass die Temperatur in dieser Umgebung um 3 Grad steigen wird [3].

Pflanzen haben ebenfalls einen positiven Einfluss auf die Zusammensetzung der Luft, indem Sie Verschmutzungen neutralisieren, die aufgrund von menschlichen Tätigkeiten entstehen. Wie wir wissen, wird bei der Fotosynthese der Pflanzen Kohlendioxid aufgenommen und Sauerstoff erzeugt. Dies ist besonders wichtig, da sich aufgrund der Tätigkeit von Fabriken und dem sich immer weiter ausbreitenden Autoverkehr in der Atemluft immer mehr schädliche Substanzen befinden, wie Kohlenoxide, Schwefel- und Stickstoffverbindungen. Asche und Ruß, Blei-, Kupfer-, Chrom-, Kadmium und andere Schwermetallverbindungen sowie Viren, Bakterien und Pilze [4]. Pflanzen sind eine natürliche Sauerstoffquelle und nehmen Staub, Ruß und Toxine aus der Luft auf. Wälder stellen einen natürlichen „Filter” dar, der die Luft, den Boden und das Grundwasser vor schädlichen Verbindungen schützt [5].

Negative Ionen und frische Luft

Eine weitere wichtige Eigenschaft der sich in unserem Umfeld befindenden Luft ist ihre Ionisierung. Wie aus den von Dr. Albert Kruger an der Universität Berkeley durchgeführten Untersuchungen hervorgeht, kann das Verhältnis zwischen negativen und positiven Ionen in der von uns eingeatmeten Luft ernsthafte Konsequenzen für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden haben.

Ionen werden unterteilt in negative (Anionen oder Atome mit negativer elektrischer Ladung) und positive (Kationen oder Atome, die aufgrund des Verlusts eines oder mehrerer Elektronen eine positive Ladung angenommen haben) Ionen. Negative Ionen regeln den Serotinspiegel (verantwortlich für die Laune) und haben eine beruhigende Wirkung. Positive Ionen hingegen sind in zu großer Anzahl schädlich für uns. Am günstigsten für den Menschen ist Luft, in der das Gleichgewicht zwischen negativen und positiven Ionen erhalten bleibt. Das ideale Verhältnis beträgt 5 zu 4 zugunsten der negativen Ionen. Besonders intensiv wird die Luft bei Regen, Gewittern, Schneefall oder bei der Bildung von Reif an den Bäumen ionisiert. Eine große Menge an negativen Ionen befindet sich ebenfalls in der Nähe von Wasserfällen oder Springbrunnen (wir sehen also, städtische Springbrunnen dienen nicht nur der Dekoration!)

Nur negativ ionisierter Sauerstoff kann durch die Lungenmembran gelangen und vom Blut aufgenommen werden. Durch solch einen Sauerstoff wird die Beseitigung von Kohlendioxid aus dem Blut ebenfalls erleichtert (das bei der Atmung entstehende Nebenprodukt). Negative Ionen bewirken, dass die eingeatmete Luft sauberer ist. Sie sorgen für eine höhere Frequenz der sich am Kehlkopf befindenden Flimmerhärchen, die Staub und andere schädlichen Substanzen aufhalten sollen.

Leider ist in den Räumen, in denen wir uns täglich aufhalten dieses Gleichgewicht gestört. Beton, Asphalt, Hochspannungsnetze, Abgase, Heizanlagen, Tabakrauch - alle diese Substanzen und Geräte erzeugen positive Ionen. Die größten Erzeuger von positiven Ionen sind jedoch Elektrogeräte, wie Mikrowellenherde, Waschmaschinen, Geschirrspüler, Elektroherde, Trockner, Kühlschränke, Radioempfänger, Telefone, Router, Computer, usw.... Zusätzlich kommt es in geschlossenen Räumen, in denen sich viele elektrische Geräte befinden, zu dem sog. Faraday`schen Effekt, der auf der elektrischen Isolierung des Innenraums beruht, was zu einer Aufladung mit positiven Ionen führt (bei gleichzeitiger Eliminierung der für den Menschen positiven negativen Ionen) [6]. Die gesundheitlichen Auswirkungen sind eine Verschlechterung der Stimmung, Apathie, Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen.

Die nachfolgende Aufstellung zeigt den Gehalt an negativen Ionen pro Kubikzentimeter Luft in unterschiedlichen Umgebungen:

Nach einem Gewitter: circa 2000 negative Ionen/cm3

In den Bergen, an der See: circa 1500 negative Ionen/cm3

Im Wald: circa 750 negative Ionen/cm3

In einer Kleinstadt: circa 250 negative Ionen/cm3

In einer verschmutzten Stadt: circa 30 negative Ionen/cm3

In einem Raum: circa 10 negative Ionen/cm3 [7]

Wie klar zu erkennen ist, ist ein Gewitter der beste natürliche Ionisator. Jedoch können wir nicht immer auf ihn zählen. Wie können wir also das tägliche Gleichgewicht an Ionen in der Luft wieder herstellen? Eine der möglichen Lösung ist ein tragbarer Luftionisator. Natürliche Ionisatoren sind Salzlampen und Salzleuchter, ungeschliffene Bernsteine und... Katzen – 5-minütiges Streicheln dieser Tiere genügt, um sich Kopfschmerzen und Apathie zu entledigen. Wie ein gewisses in Amerika durchgeführtes Experiment gezeigt hat, ist eine Katze in der Lage innerhalb von 10 Stunden die Hälfte der von einem Ionisator erzeugten Menge an Ionen zu erzeugen [8]. Am besten ist es jedoch, sich so lange und so oft wie möglich in einem Park, Garten oder im Wald aufzuhalten – Pflanzen sind die Hauptproduzenten von negativen Ionen. Darüber hinaus haben sie uns jedoch noch viel mehr anzubieten.

Bewegung an der frischen Luft

Wie wissenschaftliche Untersuchungen und die Erfahrung von Trainern gezeigt haben, ist Bewegung an frischer Luft wesentlich gesünder als das Trainieren in geschlossenen Räumen. Nicht nur deshalb, weil sie den Organismus stärkt und hilft Abwehrkräfte gegen das launenhafte Wetter aufzubauen, sondern auch ebenfalls deshalb, weil die Luft in geschlossenen Räumen viel zu wünschen übrig lässt. Meistens ist sie zu trocken (die optimale Feuchtigkeit sollte zwischen 50-65% liegen) und enthält zu viel Kohlendioxid. Dies reizt die empfindliche Schleimhaut der Atemwege, und bewirkt deren Austrocknung sowie eine größere Empfindlichkeit gegenüber Mikroorganismen und Allergen [9]. Untersuchungen deutscher Wissenschaftler zur Folge kann die Luft in geschlossenen Räumen sogar bis zu 60% stärker verschmutzt sein als draußen.

Solche Luft in Sporthallen, Krafträumen oder Fitnessklubs bewirkt, dass unser Training weniger Effektiv ist und wir uns schlecht fühlen – Übelkeit, Sauerstoffmangel oder übermäßiges Schwitzen können die Folge sein. Die neuesten von der "New York Times" zitierten Untersuchungen belegen, dass ein Training an der frischen Luft uns mehr Befriedigung verschafft als ein Training in geschlossenen Räumen. Untersuchungen des Nationalen Gesundheitsinstituts in den USA (National Institutes of Health) haben gezeigt, dass wenn wir an der frischen Luft und im Kraftraum die gleiche Distanz laufend zurücklegen, an der frischen Luft mehr Kalorien verbrannt werden [10]. Darüber hinaus arbeiten unsere Muskeln und Gelenke bei einem Lauf im Freien natürlicher, indem sie auf Unterschiede im Gelände reagieren (mit denen sich z. B. eine Änderung des Laufbandwinkels nicht vergleichen kann).

Die heilende Kraft der Bäume (und anderer Pflanzen)

Wir haben bereits erwähnt, dass Pflanzen die "Haupterzeuger" von negativen Ionen sind. Sie verfügen ebenfalls über andere vorteilhafte Eigenschaften. Es wurde nachgewiesen, dass Leute, die nahe an Grünflächen, wie Wäldern, Parkanlagen oder Gärten wohnen, seltener an Kreislauf- und Atemwegserkrankungen leiden und generell widerstandsfähiger sind [11]. Bäume erzeugen ein starkes Energiefeld. Die von ihnen abgesonderten ätherischen Öle haben eine beruhigende ja sogar heilende Wirkung [12]. Der deutsche Naturwissenschaftler und Forscher Manfred Himmel, der seit über 20 Jahren die Idee der Baumtherapie propagiert, behauptet, dass der Kontakt mit Bäumen verschiedene psychische und physische Beschwerden, wie Depression, Kopfschmerzen, Kreislaufstörungen und Rheumaleiden heilen kann. Wenn wir an solchen Beschwerden leiden, sollten wir uns in den nächsten Park oder Wald begeben, einen für sich geeigneten Baum suchen (unsere Intuition verrät uns, welchen Baum man wählen sollte) und sich eng an ihn schmiegen - sich mit dem Rücken und dem Hinterkopf an dem Baum abstützen und gleichzeitig mit bloßen Händen den Stamm berühren, oder mit dem Gesicht zum Baum stehen, die Stirn an den Baum legen und den Stamm mit bloßen Händen umfassen. Man kann sich auch unter den Baum legen und den Baum mit den bloßen Füßen berühren [13]. Bäume, die eine besonders positive Auswirkung auf die menschliche Gesundheit haben, sind die Kiefer, der Ahorn, der Wachholder, die Birke und die Eberesche. Ihre Energie ist am Tage am größten, deshalb sollte die Therapie auch am Tage stattfinden.

Andere Pflanzen haben ebenfalls einen positiven Einfluss auf uns und unsere Umgebung.

Es folgt eine Liste populärer Topfpflanzen, die über heilende und reinigende Eigenschaften verfügen.

•         Orangen- und Zitronenbäume – haben eine beruhigende Wirkung, erhöhen aber auch die Konzentrationsfähigkeit und regen zum Handeln an; sie verringern Lampenfieber und Angst,

•         Fikus (Feigenbaum) beseitigt das in den Gardinen, Lacken und lackierten Holzteilen vorhandene Formaldehyd,

•         Gardenie – ihr Geruch hilft aus Depressionen herauszukommen, verleiht uns Optimismus und Lebensfreude,

•         Orchideen (Knabenkraut) – Nivelliert gefährliches Xylen, eine Substanz, die sich in Fernsehern und Computermonitoren befindet,

•         Farn – neutralisiert Formaldehyde in toxischen Farben, Fußbodenbelägen oder Küchenherden,

•         Pelargonien – wirken antidepressiv, lindern wechselhafte emotionale Zustände und verfügen ebenfalls über antiseptische Eigenschaften,

•         Spathiphyllum – hilft bei der Neutralisierung von Benzol, das sich in Vorhänge, Teppichböden oder Bildern befindet; sorgt für sehr viel natürliche Feuchtigkeit in den Räumen, in denen die Pflanze aufgestellt wird,

•         Kranzschlinge – begünstigt die Zusammenarbeit, sollte in Räumen aufgestellt werden, in denen sic viele Menschen aufhalten [14].

Die wohltuende Energie der Sonne

Der Aufenthalt an der frischen Luft bringt noch einen weiteren Vorteil mit sich – den Kontakt mit dem Sonnenlicht. Die neuesten Untersuchungen zeigen entgegen den bis vor kurzem noch vertretenen Ansichten über die angeblich krebserzeugende Wirkung der Sonne, dass ein mangel an Sonnenlicht zu Tumoren führen kann [15]. Wie aus den Untersuchungen von Prof. Michael Holick von der Boston Universität hervorgeht, sind Menschen, die die Sonne meiden auch stärker der Osteoporose und Muskelschmerzen ausgesetzt. Er vertritt ebenfalls die Meinung, dass das Risiko an einem bösartigen Melanom aufgrund zu intensiven Sonnenbadens zu erkranken, übertrieben wird. Es erkranken ebenfalls Menschen, die das ganze Leben über die Sonne gemieden haben.

Die wohltuende Wirkung der Sonne ist darauf zurückzuführen, dass sie die Hauptquelle für Vitamin D ist, das für gerade und kräftige Knochen sorgt. Es beugt der Rachitis und Osteoporose vor und spielt eine wichtige Rolle bei der Assimilation von Kalzium und Phosphor aus dem Verdauungstrakt. Den täglichen Vitamin D Bedarf des Organismus kann man befriedigen, indem man das Gesicht für 15 Minuten der Sonne aussetzt oder 100 g Hühnereigelb zu sich nimmt. Es besteht wohl kein Zweifel daran, was angenehmer ist. Die aktive Form des Vitamin D schützt vor der unkontrollierten Zellteilung und beugt somit Tumoren vor.

Nicht alle wissen, dass 15 Minuten an der Sonne ebenfalls auf die Senkung des Cholesterinspiegels wirken kann. Die Sonne erzeugt nämlich in unserem Organismus Vitamin D eben aus besagtem Cholesterin, das sich dicht unter der Haut befindet und einigen Phytosterinen. Auf diese Weise wird ein Teil unseres Cholesterins umgewandelt. Wenn wir also den Cholesterinspiegel senken wollen, dann sollten wir ganz einfach an die Sonne gehen!

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