Verschwenden wir die Lebensmittel nicht!

In Polen verschwendet man jährlich 9 Millionen Tonnen an Lebensmitteln. Auf der Welt sind es bis zu 1,3 Milliarden Tonnen. Wäre diese Verschwendung nicht vorhanden, könnte man die ganze Weltpopulation ernähren und endgültig Hunger und Unterenährung beenden.

 

2010 gab es auf der Welt 925 Millionen unterernährte Menschen. Gleichzeitig werden jährlich 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel verschwendet – das ist ein Drittel der globalen Lebensmittelproduktion. Besonders hoch (222 Millionen Tonnen) ist der Prozentsatz der verschwendeten Lebensmittel durch die Konsumenten aus den Industrieländern. Er ist vergleichbar mit der Höhe der Lebensmittelproduktion in Subsahara-Afrika (230 Millionnen Tonnen) (1).

Der Verlust und die Verschwendung

 

Die Nahrung wird aus verschiedenen Gründen vernichtet; einige von ihnen sind schwer vermeidbar, andere – sehr einfach. Vor allem muss man den Lebensmittelverlust von ihrer Verschwendung unterscheiden. Die Lebensmittelverluste treten hauptsächlich in den Entwicklungsländern auf und sind zum Beispiel durch Wissensmangel über die Aufbewarung, schlechte Infrastruktur oder schwierige Klimabedingungen verursacht. Sie treten am meisten bei der Produktion auf. Die Verschwendung findet man in den hochentwickelten  Ländern. Versusacher sind die Konsumenten und  Hersteller von Lebensmitteln (2).  In Europa und Nordamerika schmeißt eine einzige Person jährlich durchschnittlich 95-115 kg Essen weg. Zum Vergleich, in Subsahara-Afrika sind es 6-11 kg! In Europa hat man 2011 89 Mio. Tonnen Nahrung verschwendet. In typischen europäischen Haushalten schmeißt man 20-30% des gekauften Essens in den Mülleimer, davon könnten zwei Drittel noch verzehrt werden. In Europa werden die meisten Lebensmittel durch die Briten – über 20% verschwendet. Die Weltrekordhalter sind US-Amerikaner, die 25-40% der Nahrung wegschmeißen (3).

 

In Polen werden jährlich (Daten gem. Eurostat 2006) fast 9 Mio. Tonnen Lebensmittel weggeschmissen. Damit belegt Polen den fünften Platz auf der Liste der Länder der Europäischen Union, die Nahrung verschwenden – hinter Großbritannien, Deuschland, Frankreich und Holland. Zwar wird in diesen Ländern das Essen hauptsächlich durch den Konsumenten weggeschmissen, in Polen dagegen durch die Lebensmittelindustrie, dass bedeutet jedoch nicht, dass in unserem Land der Konsument ohne Schuld ist.

 

Das  Wegschmeißen nicht verzehrter Nahrung gestehen 30% aller untersuchten Polen (Daten gem.: Millward Brown SMG/KRC im Auftrag der Polnischen Tafelorganisation, September 2012) – 6% mehr als 2011. Die Nahrung wird öfter durch junge, arbeitende Personen, die in großen Städten wohnen vergeudet. Die Verschwendung des Essens ist deutlich mit der Einkommenshöhe verbunden, sowie mit der Einschätzung eigener materielle Bedingungen – je besser sie sind, desto öfter solche Aussagen.

 

 

Warum verschwenden wir das Essen?

 

Hier stellen wir eine Liste der verschwenden Lebensmittel zusammen:

 

  • Backwaren
  • Gemüse
  • Aufschnitt
  • Kartoffeln
  • Früchte
  • Joghurte
  • fertige Gerichte
  • Käse
  • Fleisch
  • Milch (4).

Warum schmeißen wir sie weg? Als Grund haben Konsumenten angegeben: die Gültigkeit des Mindesthaltbarkeitsdatums, falsche Aufbewahrung, schlechte Qualität des gekauften Produkts, zu große Portionen, zu große Einkäufe und Ideenlosigkeit für die gekauften Zutaten. Experten weisen auf das Fehlen von Aufklärungsprogrammen über die Konsequenzen von Nahrungsverschwendung hin, die auch die richtige Aufbewahrung, Vorbereitung der Speisekarten und irrationale Einkäufe vermitteln könnten. Der letzte Grund ist gleichzeitg der Schlüssel des Problems. Die Einkaufsstellen  ermuntern uns noch mehr Essen zu kaufen, mehr als wir tatsächlich brauchen: z. B. Angebote „3 für 2”, Produkte mit kurzen Verfallsdatum (vor allem Gemüse und Obst), die in großen und verschlossenen Folienpackungen zu kaufen sind, die Versuchung das zu kaufen, worauf wir Lust haben – das alles verursacht, dass wir später unseren Kühlschrank und Schränke von verschimmelten, welken und verfaulten Produkten säubern müssen, dabei merken wir verärgert, dass wir wieder fürs Essen mehr aus unserem Hausbudget ausgegeben haben als nötig.

 

Die Verschwendung – unwirtschaftlich und unethisch.

 

Die Essensverschwendung betrifft nicht nur unser Geld. Sie hat auch ernste Folgen für unsere Gesellschaft und die Umwelt. Das Lebensmittelprodukt ist nicht nur das, was wir unmittelbar konsumieren. Das fertige Produkt beinhaltet einen komplexen Herstellungsprozess, also: Verpackung, Transport, Energie und Emisssionen der industriellen Abfallprodukte.

 

Die Nahrungsverschwendung führt zu erhöhten Konsum, was das Wachstum der Lebensmittelpreise verursacht – was auf lange Sicht bewirkt, dass bedeutende Menschengruppen sich den Einkauf von vollwertigen Nahrungsmitteln nicht mehr leisten können. Denken wir auch daran, dass viele Menschen in der Welt (auch in Polen) nur begrenzten Zugang zu den Grundgütern, also Nahrung haben – das Wegschmeißen ist einfach unethisch.

 

Die verschwendeten Produkte sind auch mit der Verschwendung von Energie und Wasser verbunden, die notwendig bei Herstellung, Transport und Verteilung sind. Die Lebensmittelverschwendung  bedeutet auch Umweltzerstörung – Klima, Wasserquellen und Energie.

 

Der Müll. Bei der Essenverschwendung produzieren wir mehr Abfall, dessen größter Teil nicht dem Bioabbau unterliegt. Zum Beispiel schmeißt man in Großbritannien mehr Nahrung als Verpackung (über 25% der verschwendeten Nahrung befindet sich noch in ungeöffneten Verpackungen) weg. Das Klima. Die Nahrungsproduktion braucht Energie. Ihre Ineffizienz und Verschwendung von fertigen Produkten beschleunigt die Klimaveränderung. Über 20% der Treibhausgasproduktion ist mit der Produktion, Verarbeitung, Transport und Aufbewahrung von Nahrungsmitteln verbunden. Das Treibhausgas Methan aus der verfaulten Nahrung ist sogar zwanzig Mal gefählicher als Kohlendioxid.

Das Wasser. Die Nahrungsverschwendung bedeutet auch Wasserverschwendung. Ein Kilogramm weggeschmissenes Rindfleisch bedeutet 5-10 Tonnen vergeudetes Wasser, das zur Herstellung notwendig war. Man sollte dabei bedenken, dass Polen die geringsten Wasservorräte in Europa hat. Die Nahrungsverschwendung in unserem Land verschärft nur die Probleme der Wassersicherung für Konsum und Wirtschaft.

Die Energie. Die Herstellung eines Brotes, einer Zuckertüte oder der Milchpackung bedeutet eine konkrete Anzahl von Kilowattstunden bei der Produktion. Das Wegschmeißen von überflüssiger Nahrung bedeutet nicht nur einen finanziellen Verlust  - das ist sinnlose Verschwendung des notwendigen Stroms.

 

Es wurde schon erwähnt, dass der größte Schuldige  die  Lebensmittelbranche ist.  Das stets durch sie ausgeübte „Recycling” des Überschusses der nicht verkauften Nahrung verursacht große Verluste – nicht bei den Firmen, sondern bei der ganzen Gesellschaft. Genauso kann im Tranport bis zu 35% der Nahrung verschwendet werden. Es gibt aber eine einfache Methode, die überflüssigen Produkte weiter zu nutzen: man kann sie den Tafelorganisationen zur Verfügung stellen. (http://www.bankizywnosci.pl/).

 

In Antwort auf die Nahrungsverschwendung und des wachsenden Unterenährungsproblems verabschiedete das Europäische Parlament am 19.Januar 2012 eine Resolution überdie Verabschiedung dringender Maßnahmen, um die Lebensmittelverschwendung in der EU zuverringern(5). Wir können jedoch nicht warten, dass die EU-Dissidenten alles für uns erledigen. Die Veränderungen müssen auf unseren Tellern anfangen. Was wir im Alltag machen können? Vor allem klug handeln.

 

Wie kann man die Nahrungsverschwendung verringern?

1.   Mache eine Einkaufsliste. Plane deine Mahlzeiten einige Tage vorher – z. B. kannst du am Montag ein Wochenmenü zusammenstellen. Überprüfe, welche Zutaten im Haus sind und schreibe die auf, die du kaufen musst. Denke daran, die Liste mitzunehmen und kaufe nur die Produkte, die du tatsächlich brauchst. Falle nicht auf Superangebote rein und gehe nicht hungrig einkaufen – wenn wir hungrig sind, kaufen wir oft unnötige Produkte. Statt die verpackten wähle loses Obst und Gemüse – dann kaufst du nur soviel, wie du brauchst.

2.    Überprüfe das Verpackungsdatum. Kaufe Produkte mit kurzer Haltbarkeit kurz vor der Verwendung. Lese aufmerksam die Informationen auf der Verpackung: die Warnung „zu Verbrauchen bis” befindet sich auf diesen Produkten, die leicht schlecht werden und zeigen das Datum, nach dem das Produkt nicht gegessen werden soll (z. B. das Fleisch, Fische). Die Information „Am besten bis zum ... verbrauchen” zeigt das Datum bis zu welchem das Produkt weiter alle geschmacklichen Vorzüge hat – nach dem Datenablauf ist es weiter essbar.

3.   Kontrolliere deine Ausgaben. Nahrungsverschwendung ist gleichzeitig Geldverschwendung. Wenn du lernst die ganze gekaufte Nahrung zu verwenden, werden deine diesbezüglichen Ausgaben auch geringer.

4.   Überprüfe die Temperatur im Kühlschrank. Versichere dich, ob dein Kühlschrank immer zu ist und kontrolliere den Thermostat. Die Mehrheit der Nahrung bleibt bei einer Temperatur von 1-5°C ziemlich lange frisch.

5.   Bewahre die Lebensmittel gemäß den Hinweisen auf der Verpackung  auf.

6.   Platziere die ältere Produkte vorne. Wenn du die gekauften Produkte in Küchenschränke oder den Kühlschrank legst, schiebe die älteren mit kurzer Haltbarkeit nach vorne. Auf dieser Art ersparst du dir spätere „Endeckungen” von  vergammelten Käse oder Gemüse.

7.   Serviere kleine Essportionen und ermutige deine Hausbewohner einen Nachschlag zu nehmen, wenn sie mit der ersten Portion fertig sind.

8.   Verwende die Reste. Statt die Reste wegzuschmeißen, plane mehrere Mahlzeiten (siehe P. 1), in denen du ein Produkt  verarbeiten kannst. Aus Obst kann du z. B. einen Milchshake mixen oder Kuchen backen. Leicht verwelkendes Gemüse eignet sich gut für eine Suppe.

9.   Friere Produkte ein. Natürlich sollte man frische Produkte essen, falls wir jedoch keine Zeit dafür haben, können wir sie einfrieren. Wenn du nicht in der Lage bist ein ganzes Brot in zwei Tagen aufzuessen, lege es in den Gefrierschrank. Nehme soviele Scheiben, wie du brauchst. Auf die gleiche Art und Weise kann man Portionen von fertigen Mahlzeiten einfrieren.

10.   Kompostiere. Das ist eine Lösung für Gartenbesitzer. Den Abfall kann man nicht vermeiden, man kann ihn aber wiederverwenden. Die beste Lösung für die Küchenabfälle sind Hauskompostierungsanlagen.

Lagere Obst- und Gemüseschalen in einem separaten Korb – an besten im Garten oder auf dem Balkon. Begieße sie mit einer Spezialflüssigkeit mit Bakterien, den Rest überlasse der natürlichen Gärung. Nach einigen Monaten ensteht aus ihnen ein Kompost, der ein wunderbarer Dünger für Topf- und Gartenpflanzen ist (6).